Letschin mit den Ortsteilen Groß Neuendorf und Wilhelmsaue im Oderbruch

In den Weiten des Oderbruchs liegt Letschin. 

Letschin erhielt 1863 das Marktrecht und hatte einen weithin bekannten Pferdemarkt. Hier drehten sich 9 Windmühlen und 2 Rossmühlen. Es gab eine Branntweinbrennerei, eine Bierbrauerei und eine Stärkefabrik. Der Vater von Theodor Fontane war von 1838 bis 1850 Inhaber der örtlichen Apotheke. Der Kirchturm, 1819 nach einer Skizze von Schinkel neu erbaut, blieb erhalten und wurde restauriert. Die Ruine des Kirchenschiffes musste abgetragen werden.

Im Haus Birkenweg, dem einstigen Armenhaus des Dorfes, befindet sich eine kleine Heimatstube. 1905 errichteten die Bürger von Letschin zu Ehren Friedrich des Großen ein Denkmal. 1945 sollte es eingeschmolzen werden, aber es fanden sich Bürger, die das Denkmal versteckten und im Jahr 1990 wurde der Alte Fritz aus dem Versteck geholt und frisch restaurierte wieder aufgestellt. 

In Wilhelmsaue, einem Ortsteil von Letschin, befindet sich die letzte funktionsfähige Bockwindmühle von ehemals mehr als 100 Mühlen im Oderbruch. Sie wurde restauriert und ist zu besichtigen. Im alten Müllerhaus wird in einer Lehr- und Schauwerkstatt typisches Handwerk gezeigt. Die Backstein-Schule wurde zu einem Landheim umfunktioniert. mehr siehe www.wilhelmsaue.de

In Groß Neuendorf, unmittelbar an der Oder gelegen,  kann der Besucher auf dem Deich spazieren oder mit dem Rad die Weiten des Oderbruchs genießen. Diesem idyllischen Ort haben auch Künstler und Kunsthandwerker für sich entdeckt und es ist eine Freude die gepflegten Häusern und kreativ gestalteten Gärten sich etwas genauer anzusehen. Besonders eignen sind hierfür die Kunst Loose Tage im Oderbruch. An einem Wochenende im Mai sind die Ateliers und Werkstätten der Künstler für Besucher geöffnet. Manfred Dannegger ist z. B. einer der letzten Töpfer, die Braunzeug nach Bunzlauer Art herstellen. Siehe keramik-atlas.de
Die herrliche Natur im Oderbruch ist auch Anziehungspunkt für viele Radfahrer, denn hier führt der Oder-Neiße Radwanderweg entlang. Er reicht von der Neiße Quelle in Tschechien entlang der Oder bis zur Ostsee. www.oder-neisse-radweg.de.
Im Landfrauencafé in Groß Neuendorf ist das Touristinformationszentrum für die Region und der Landfrauenverein "Mittleres Oderbruch" e.V.  beheimatet. www.gross-neuendorf-landfrauen.de

Durch den Ausbau des Hafens und dessen Anschluss an die Oderbruchbahn begann 1911 eine rege Umschlagstätigkeit von landwirtschaftlichen Produkten und Baumaterialien. Der Umschlag erfolgte bis 1970 auf Waggons der Oderbruchbahn und nach dessen Stilllegung 1971 auf LKWs.
Der historische Verladeturm im Denkmalensemle "Kulturhafen Groß Neuendorf" fällt als markantes Gebäude an der Oder schon von Weitem auf.